Selam Berlin

Selam Berlin ist ein Adoleszenzroman. Das weiß ich, weil ich ihn für den Deutschunterricht gelesen habe. Also für eine Rezension für eine gleichwertige Leistung für den Deutschunterricht.

Berlin ist eine Großstadt. Das weiß ich, weil ich sie für einen Geburtstag besucht habe. Also für ein Wochenende für ein Geburtstagsgeschenk für ein Geburtstagskind.  

Und nun Vorhang auf für diesen gewagten Cocktail aus Literaturkritik und Handyfotos, aus 1989 und 2018, aus herbstlich jugendlicher Aufbruchsstimmung und frostklarer Winterstraßenbummelei.

Wollte man Selam Berlin in einem Wort beschreiben, ich würde mich für „Veränderung“ entscheiden. Denn in diesem Roman ist alles im Wandel: Hasans Leben, weil er jetzt erwachsen ist und alleine nach Berlin zurückzieht, Berlin selbst, weil die Mauer fällt und plötzlich alles verschwimmt und Hasans Familie, weil hinter so einer Mauer manchmal Dinge versteckt sind, die alles auf den Kopf stellen.  Auch das Leben von Yadé Kara, die Selam Berlin 2003 als ihren Debütroman veröffentlichte, wurde mit einem Deutschen Bücherpreis und dem Adalbert-Chamisso-Förderpreis nachhaltig auf den Kopf gestellt. Selam bedeutet Hallo, und genau das ist das Buch: ein großes Hallo an Berlin, das Leben und alles neue, das Hassan auf diesen 382 Seiten erlebt.


Die beiden Protagonisten des Romans sind Hasan und Berlin. Hasan ist ein neunzehnjähriger Deutschtürke, aufgewachsen im Spagat zwischen Berliner Mentalität und Istanbuler Familie, Currywurst und Köfte, dem Bosporus und der Spree, und nun auf der Suche nach Party, Freunden, der Liebe und einem Plan für sein Leben. Dabei werden er und der Roman stark von der Stadt geprägt, mit ihrem völlig eigenen, etwas rauen, ruppigen Charme, der tiefer unter der Oberfläche verborgen liegt und dazu führt, dass Berlin auch sehr hässlich, geradezu verletzend sein kann.

In Berlin friert das Wasser nie zu und das Ufer ist voller Müll.  Doch im Moment ist diese Stadt in ihrer größten Umbruchsphase überhaupt, denn die schier surreale Spannung zwischen Ost und West wird plötzlich aufeinander losgelassen und alles ist irgendwie Chaos. Das ganze Buch ist also eine einzige Selbstfindungsphase. Für Hasan, in dem sich das deutsche und türkische so untrennbar verwoben haben, dass er oft gar nicht mehr identifizieren kann, was zu welchem Teil gehört. Außerdem für Hasan, weil der plötzlich vor dem Nichts steht, mit seinem Schulabschluss in der Hand und ohne Ziel vor Augen. Von der Angst etwas zu verpassen – neudeutsch auch „FOMO“ (= Fear Of Missing Out) – gejagt, läuft er panisch von Party zu Party, von Ost nach West, von Job, zu Wohnung, zu anderem Job in andere Wohnung. Und Berlin muss nach Jahren der geteilten Persönlichkeit wieder einen gemeinsamen Nenner finden.

Hasan und Berlin suchen in diesem Winter 1989/1990 also gemeinsam ihre Identität. Und nehmen einen mit, ob man will oder nicht. Denn erzählt wird all das von Hasan selbst. Yadé Kara lässt den Leser mit dem personellen Ich-Erzähler, Hasans naiver, aufgeregter Sicht der Dinge und seiner schnoddrigen Ausdrucksweise außergewöhnlich nah an ihren Protagonisten heran. Hasan drückt sich nicht immer schön aus, manchmal aber schon. Diese jugendliche Mischung aus abschätziger, aufbrausender und rebellischer Umgangssprache und pathetischer Poesie führt dazu, dass er im gleichen Absatz von „Saft im Sack“ und seinem „Dicky“ spricht, in dem er auch alte Familienfotos in ihrer schmerzhaften Nostalgie so treffend als „scharfe Zeitsplitter“ skizziert.

Aber diese Nähe zum Protagonisten ist auf die Dauer auch anstrengend; Hasan, seine Ziellosigkeit, Naivität und seine grundsätzliche Ablehnung gegenüber allem werden nach spätestens drei Kapiteln anstrengend bis unangenehm. Dass er auch nur eine höchst beschränkte Anzahl an Themen hat, wird dadurch offenkundig. Doch diese Reduktion bewährt sich in einer tieferen Betrachtung der einzelnen Themen die sonst nicht möglich gewesen wäre.

Hasan nervt also – aber er lebt! Das muss man der Autorin, die übrigens selbst in Berlin mit türkischen Wurzeln aufwuchs, die Wende dort miterlebte und einige Zeit in Istanbul gelebt hat, zu Gute halten; Hasan ist echt. Wie sie selbst in einem Interview beschrieb, hat man „die Figur vor Augen, den Ton im Ohr“. Und deswegen darf Hasan nerven. Er darf sich verlieren in Definitionen seiner selbst – Türke, Deutscher, Westberliner -, weil das so ist, in dem Alter, im Leben. Er darf aufbrausen und erstarren in Trauer um seine zerbrochene Familie und seine verlorene Kindheit, weil wir das auch dürfen. Selam Berlin ist ein Plädoyer für das Nichtentscheiden, für die Jugend und das Leben und die Akzeptanz jeden Zustandes, mag er auch noch so schwer verständlich sein. Hasan kann sich meistens ganz gut akzeptieren, es sind eher die anderen, die Probleme bereiten. Generell ist der Blick durch Hasans Augen horizonterweiternd, denn er schenkt so tiefe Einblicke in das Leben zwischen zwei Kulturen und in eine ganz persönliche Art, mit den Risiken und Nebenwirkungen der Jugend und des Lebens umzugehen, wie sie nur ein gutes Buch bieten kann. Außerdem ist es unterhaltsam und spannend, dabei zu sein, wenn Berlin wieder zu einem verschmilzt, Hasan mindestens zwei neue Schichten seiner selbst entdeckt und es tritt das Best-Case-Szenario der Romanlektüre ein, man taucht in eine neue Welt ein und kommt voller, fast eigener, Erfahrungen und Gedanken am Ende wieder heraus.

Und so ist Selam Berlin, dieser Debütroman, der so anmutig in den Kosmos seines Protagonisten entführt, sich dabei aber auch nicht vor den dreckigen Ecken fürchtet und das historische Berlin weder auf ein Wolkenpodest noch ins Klischee abschiebt, ein sehr gelungenes Werk über die spektakuläre Dramatik und versteckte Schönheit eines alltäglichen Lebens geworden. Wollte man seinen Inhalt mit einem Wort beschreiben, würde ich mich immer noch für „Veränderung“ entscheiden, ansonsten wähle ich nun „gelungen“ und „bereichernd“, weil man sich nicht immer an die Regeln halten muss.

Auf dem Dach

Man könnte es als Zufall abtun und einfach nicht weiter beachten, manchen würde es vielleicht nicht einmal auffallen. Oder man könnte voll die große Sache daraus machen, es als Aufhänger benutzen und Scherze reißen. Oder man könnte sagen, es sei wie beim Domino, hätte durchaus eine Bedeutung und vielleicht sogar eine Mitschuld an meiner langen Abwesenheit. Ja, diese Variante ist wahrscheinlich die populärste, bedenkt man die Länge dieser Pause sowie mein unvermitteltes Wiederauftauchen aus dem See des nichts. Read more „Auf dem Dach“

Flaschenpost

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Flaschenpost. Eigentlich schicke ich eine Flaschenpost los, wenn ich hier einen Text schreibe. Ich hole meine schönsten Stifte heraus, schreibe in Schönschrift und mit Bedacht, denn – obgleich es bedeutungslos erscheinen mag – es ist mir wichtig. Sinnvoll, praktisch, notwendig oder logisch ist das ja allemal nicht, unadressierte Sachen einfach so in die Wellen des Internets zu werfen. Man tut es des bloßen Schreiben wegens. Oder des Fotografierns, Malens, Codens, Erschaffens. Der Freude wegen. Und weil es ja vielleicht doch jemand findet, sich freut oder zurückschreibt. Eine Flaschenpost umgibt etwas geheimnisvolles. Keiner weiß, was sie auf ihrem Weg erleben wird, erlebt oder erlebt hat, sie ist das einzige, das den Empfänger mit dem Verfasser verbindet, streift beide Parteien und versiegelt deren Verbindung. Flaschenpost.

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Das Meer hat es nicht nötig, mit Blinklichtern und Neoneffekte auf sich aufmerksam zu machen, es weiß um seine atemberaubende Ausstrahlung. Und so verwandelt es sich, mit seinem Kompagnon dem Abendhimmel in einer einzigartigen langsamen Bedächtigkeit, die zeigt, dass es um seine Mächtigkeit Bescheid weiß. Es leuchtet von ganz allein, aus reinster Schönheit.

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Diese Flaschenpost schicke ich aus La Rochelle auf ihre Reise. Kurz nach Sonnenuntergang werfe ich sie ins tiefblaue Wasser des alten Hafenbeckens, neben die glitzernden Spiegelungen der Straßenlaternen und den Lichtern der Cafés an der Hafenpromenade, zwischen die kleinen Segelboote und Ausflugsschiffe. Von doort wird sie aus dem Hafen, zwischen den beiden alten Türmen hindurch aufs offene Meer getrieben. In die FReiheit des Atlantiks.

Februarnächte

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Siebter. Empfindet man nachts anders?

Nächten fehlt naturgemäß das – natürliche – Licht, welches ja,

wie auch immer und sicher auf diversen Wegen, uns glücklich zu machen in der Lage zu sein scheint.

Doch nachts fühlt man nicht nur negativer, oder? Oder ist das die Müdigkeit?

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Zwölfter.

Nächte können einsam sein.

Unglaublich einsam, unfassbar unbarmherzig.

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Neunundzwanzigster. Sie ist raus.

Aus der Bahn geworfen von irgend einem kleinen, vorbei rasenden Kometen aus lauter Nichtigkeit,

der aber ihren Wall zerstört hat.

Diese mühsam errichtete Schutzmauer aus Ritualen, Gefiltertem, Gebeten, Geplantem und Plänen,

die dennoch so instabil ist.

Winternächte

 Es war der Vierundzwanzigste. Abends.

Alle – zumindest alle, von denen sie wusste – lagen bereits schlafend im Bett. Der Tag ging auf sein Ende zu, und so verhielt er sich auch.

In sich gekehrt und mit sich, der Welt und seinem Schaffen im Reinen, zog er sich langsam und kaum merklich zurück,

um die Menschen – wie die Tiere, Pflanzen, das Meer und das Salz in der Luft – behutsam auf seinen baldigen Abschied vorzubereiten.

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Fünfundzwanzigster. Abends.

Sie flogen mit hundertdreißig zu euphorischem David Garrett ihrem Ziel entgegen.

Der Himmel stand in Flammen.

Alle jemals dagewesenen Schattierungen der Farben zwischen dem Knallorange des sich so dramatisch verabschiedenden Sonnenballs

bis zum Pastellrosa der Federwölkchen, dem goldstichigen Türkis des dazwischen neckisch aufblitzenden Himmels

und dem majestätisch alles Vereinnahmenden tiefen Königsblau bekamen ihren Auftritt im beinah einstündigen Spektakel.

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Einunddreißigster / Erster.

Es ist spät und sie versteht langsam, WARUM man so etwas wie Schlafen in der Nacht erfunden hat.

Sie war ganz froh, jetzt, mit ihren kleinen Geschwistern um sich, im Bett zu liegen.

Das Besondere dieser Nacht liegt wohl darin, dass sich alle in ihren so unterschiedlichen Gewohnheiten und völlig verschiedener … nun,

Leben – plötzlich in einem Abend und in einer Handlung kreuzen, überschneiden, sich verbindend vereinen.

Aber nicht verbindlich, oh nein, ebenso wenig wie die zahlreichen guten Vorsätze,

die schon am zweiten Januar viel von ihrer Imposantheit eingebüßt haben werden müssen.

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Gestreift

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Ein fremdes Leben gestreift. Nur einen Moment. Ein Blick in der Bahn, der andere saß gegenüber, zwischen euch der Gang, vollgestopft mit zwei Fahrrädern, einem Koffer, einer Mutter und ihrem kleinen Kind. Plötzlich fängt das Kind an zu lachen, ihr schaut auf, schaut euch an und müsst lächeln.

Ein Leben gestreift. Ihr werdet euch nie wieder sehen. Habt keine Ahnung wie der andere so ist, ob er auch so viel über sein Leben nachdenkt wie ihr, ob er eher so der Morgendstimmunggenießenfrühstück amMeertyp oder der SonnenuntergangsnachtgenießengehtsnocheinbisschenschrägerTyp ist. Ihr wisst nicht, ob er sich früher immer einen kleinen Bruder gewünscht hat aber Einzelkind blieb, oder ob er immer von seiner großen Schwester geärgert und von der Kleinen genervt wurde. Das alles werdet ihr nie wissen. Aber er hat euer Leben gestreift. Und ihr seins.

Als was werdet ihr auf seiner Seite in die Erinnerung eingehen? Als der Lächelkumpan, der einem das erste Mal seit langem nicht vertreten verlegen bemitleidend anschaut, weil seine Freundin diesen Krebs. Hatte. Oder wird er sich nur an eure neue Tasche erinnern, auf die ihr selber auch ganz schön stolz seid?

Ihr habt Leben gestreift. Ihr gehört zu diesem Moment, diesem Moment den ihr jetzt teilt.

 

Puuuh, was will die Olle denn jetzt damit sagen? Gute Frage, stellt sie sich auch gerade. Vielleicht, dass man im Moment leben sollte? Dass einen irgendwie alles prägt, aber man selbst entscheiden kann in welchem Sinne? Dass sie Katzen cool lässig elegant selbstbestimmt niedlich toll findet und die ganze Melancholie in dem Text drunter daher rührt, dass sie wegen ner Katzenhaarallergie wohl nie eine Katze haben wird? Tja, wie auch immer, hey! Ich hoffe wir ’sehn‘ uns wieder öfter in nächster Zeit.

Kinners, alle kommen, es gibt Nachtisch!

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Hallo! Ja, ich lebe noch! Aber es stimmt schon, seit wir uns hier das letzte Mal getroffen haben… Ich hab‘ die neunte Klasse abgeschlossen, ein Familienwochenende in der Mitte von Deutschland verbracht, wir hatten französischen Besuch, mein Großvater ist gestorben und wir sind los in den Urlaub. Dort bin ich dann in einem süßen alten Hotel im Elsass spontan ein Jahr älter geworden und habe meinen Geburtstag gefeiert. Daaann sind wir weiter in die Bourgogne gefahren wo wir eine Woche inmitten von Weinbergen, romanischen Kirchen – Hände hoch; wer hat alles romantisch gelesen-, urigen Häuschen und echtem französischen Sommerwetter verbrachten. Dann gings weiter in die Provence, das gute Wetter blieb – wir auch, zwei Wochen. Und jetzt sind wir schon wieder daheim. Ich habe natürlich fotographiert, diese Erzeugnisse werden voraussichtlich in nächster Zukunft ein wenig Blogluft schnuppern. Jetzt geht es erst einmal um das, wofür ich die freie Ferienzeit dieser Woche genutzt habe…

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Kochen. Ich hab selbst Heidelbeereis gemacht, dann mit tatkräftiger Unterstützung eine Quinoa-Avocado-Pfanne gezaubert und gestern sind es eben diese kleinen Mascarpone-Beeren-Desserts ‚in a jar‘ geworden. Ich hatte mich bei all diesen Gerichten vor allem von Vera inspirieren lassen, schaut mal vorbei,  da gibts eine ganze Menge leckeren Essens auf schönen Photos zu bewundern.

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Das Rezept ist soo einfach, dass es nicht einmal außerhalb meines – von mir höchstpersöhnlich errichteten – Könnenskreises war, ein wenig zu improvisieren. Nähmlich (wer nämlich mit haaaa schreibt ist dämlich – der Rhythmus von diesem möchte-gern-Reim hat mich schon früher – hach, damals, als ich noch jung und naiv war… – zur Weißglut gebracht, ganz im Ernst, das klingt doch sch**** ), das Hauptprinzip ist Keksbrösel meets Creme meets Obst, gar nicht soo schwer also.

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Nun, und damit ich endlich offiziell und ohne zu lügen sagen kann, dass ich auch schon einmal ein Rezept gebloggt habe, erkläre ich euch, wie das geht!

Man braucht: (mindestens)

Vollkornbutterkekse

Butter

Mascarpone/Quark/Joghurt und Milch

Vanillezucker

Beeren

Speisestärke

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1. Bröseln! Die Vollkornbutterkekse in einen Gefrierbeutel und mit dem Wellholz drauf haun..

2. Matschen! Butter schmelzen und mit den Vollkornkeksüberresten zu einer Masse kneten….

3. Rühren! Das cremige Milchprodukt und Milch + Vanillezucker mit Rührgerät bearbeiten…..

4. Kochen! Die Beeren mit der Speisestärke zu Grütze kochen / Packung rote Grütze öffnen…..

5. Mischen! Das cremige Milchprodukt mit einigen pürierten Beeren verrühren…………………..

6. Schichten! Zuerst die Keksmasse, den Rest in beliebiger Reihenfolge aufeinander schichten

7. Genießen! Alle auf einmal, alle nacheinander oder meinetwegen auch ganz sozial Teilen……

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Bei uns war das Milchding Mascarpone, die Grütze aus Himbeeren und Johannisbeeren und die blaue Creme aus – na, wer hat sich’s schon gedacht – aus Blaubeeren und Mascarpone. Übrigens genoss ich ,vor allem beim Cremesanrühren, ganz wunderbare von meiner Mutter, damit dass hier auch mal gewürdigt wird!

Ich hab‘ dann noch Himbeeren beziehungsweise Erdbeeren ganz dekorativ oben drauf dekoriert und das Ganze nach dem Abendessen an meine Familie und unseren Besuch verfüttert, weil wir insgesamt und alle zusammen deshalb zu elft waren, habe ich zwölf Stück gemacht – den Extrawünschen meiner Geschwister zufolge auch drei Stück ohne Erdbeeren und drei ohne Erd- und Blaubeeren…

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Das Schwierigste war definitiv das dekorative Schichten, schon nach der ersten Mascarponeschicht waren nämlich sämtliche Glaswände komplett weiß. Das kommt davon, wenn man meint, das Dessert ‚in a jar‘ zu servieren! Und auch das Ablichten danach hatte ich mir eigentlich etwas entspannter vorgestellt. Das Licht ist bei Wolkendecke und diesigem Wetter ja sowieso schon sehr bescheiden aber wenn man dann das Ganze unbedingt als Picknick verpacken möchte und rote Beeren mit grünem Gras in Kontrast setzen muss, braucht man schon ein paar gute Probs.  Ich hab‘ sie alle meiner Mama aus unserem großen Regal stiebitzt aber das Leinentuch auf den feuchten Rasen zu legen, hielt sie, im Gegensatz zu mir, für keine so gute Idee…  Aber alles in allem wars das stundenlange in der Küche rum stehen durchaus wert, finde ich.

Fernweh

Ich will weg. Weg von hier, alles hinter mir lassen, ans Meer oder in die Berge, Norden oder Süden… Natürlich möchte ich nicht so weg wie im letzten Blogbeitrag, aber ich will an den ganzen Stress der letzten Wochen nicht mal mehr denken. Aus den Augen, aus dem Sinn oder so in der Art. Das ab nächster Woche Ferien sind, trifft sich da ganz gut und anstatt die letzten Hausaufgaben zu machen hab ich mir grade lieber die Photos aus England angesehen. Da ist mir aufgefallen, dass ich euch da noch gar nicht alle gezeigt hatte – das wird hiermit schleunigst nachgeholt!

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Das ist Cambridge, die alte englische Universitätsstadt nach Oxford. Diese Brücke hier wurde von irgendeinem Mathegenie vor ein paar hundert Jahren entworfen und kam komplett ohne Nägel aus. Dann wurde sie aber – wieder ein paar hundert Jahre später – von einigen Professoren und Studenten auseinander gebaut, die hinter das Geheimnis der Brücke und ihrer Konstruktion kommen wollten. Das gelang ihnen allerdings nicht und so blieb ihnen nichts anderes übrig, als sie mit Nägeln wieder zusammen zu tischlern.

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Die St. Marys Street war für mich natürlich unvermeidbar… hey, meine Straße! Die ham da ’ne Straße nach mir benannt!

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Ein bisschen überbelichtet, ich weiß, aber so sieht man wenigstens die grauen Wolken nicht! Das ist ein echtes College, erinnerte mich aber mehr an ein Kloster – die ersten Colleges wurden nämlcih nach Vorbild der gotischen Klöster gebaut, mit großen Innenhöfen und ganz vielen dieser Rundbögen.

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Und Fahrrädern!

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Das hier ist eine Brücke im Garten von Bucklesham Hall, so heißt das Anwesen auf dem  ich mit noch zwei anderen Chorsängerinnen untergebracht war. Ich hab ein bisschen an den Farbintensitäten rumgespielt und so siehts doch irgendwie aus wie ein Gemälde von Monet, findet ihr nicht?

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Die hat uns Gastmutter Kate gebacken, das war ja quasi kurz vor Ostern.

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Und das ist unsere Gastschwester Ella mit den beiden Hunden – noch in der Schuluniform, nur die Gummistiefel hatte sie nicht den ganzen Tag an .;)

Ich weiß, dass sind jetzt nicht die typischen Urlaubstraumbilder mit türkisem Wasser und unendlich langem weißen Sandstrand aber ich hätte grade auch echt nichts dagegen, an der britischen Südostküste durch ein kleines Fischerdörfchen zu bummeln und mir danach am Strand die Seeluft um die Nase wehn zu lassen. Meinetwegen auch in Pulli und im Nieselregen, im Ernst!

ein. halbes. jahr.

Heute vor genau sechs Monaten hat für mich ein Lebensabschnitt aufgehört. Klingt irgendwie hart, dafür dass ich erst vierzehn bin aber so ist es nun mal. Natürlich habe ich ’ne Menge mitgenommen aus diesem Kapitel – immerhin war es mein erstes! – , Erfahrungen, Erinnerungen und Freunde.

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Heute vor genau sechs Monaten saß ich mit meiner Schwester im ICE von Stuttgart nach Hamburg. Wir hatten uns gerade am Ludwigsburger Hauptbahnhof verabschiedet, in der Regionalbahn habe ich mit meinem heftigen Schluchzen ein kleines Kind traumatisiert, seine Mutter hätte uns wohl am liebsten in den Arm genommen. Nun saßen wir da im ICE, zum ersten Mal in der 1. Klasse, und ich hatte das Gefühl im Nichts zu schweben. Von meinem alten Zuhause hatte mich mich verabschiedet, das Neue kannte ich noch nicht und ich wusste auch noch nicht, ob es jemals eine Heimat für mich sein könnte.

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Die gesamten Weihnachtsferien befand ich mich in so einer merkwürdigen Zwischenphase, ich gestaltete mein Zimmer, lernte ein paar Ostseeküstendörfchen und mit ihnen völlig verschiedene Seiten der Ostsee kennen, und definierte mein „Zuhause“ neu. Aber ständig saß mir diese Ungewissheit namens ‚Die NEUE SCHULE!!!‘  im Nacken. Keine Angst, aber Nervosität, Aufregung.

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Naja, und dann kam der erste Schultag, der 7. Januar, und zusammen mit Amelie und Elias und meinen Eltern wartete ich zur zweiten Stunde im Sekretariat. Nachdem Amy und Elias schon von ihren Lehrern abgeholt worden waren, kam dann auch Frau P. – wir nennen und ich schlängelte mich hinter ihr durch die Schülermengen bis zum Geografieraum, der für mich zu dem Zeitpunkt aber noch ein Erdkunderaum war…

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Und dann stand ich da vorne vor der Klasse und – nein, es haben mich nicht alle angeschaut. Hey, erster Schultag nach den Ferien, was erwartet ihr! Ich habe dann wohl irgendwas gesagt wie, ‚Ich bin die Marie. Komme aus dem Süden. Und jetzt wohne ich im Nachbardorf/Kleinstadt/Ort/Ansammlung-alter-hanseatischer-Villen/Hier-Namen-Einfügen.‘ Alle lachten, spätestens jetzt hatten mich auch alle bemerkt. Als ich dann neben R. – klar steht das für Radiesschen, was dachtest du denn?! – saß, beruhigte sie mich erstmal, außer mir würde noch eine andere Schülerin im oben erwähnten B.wohnen, sie sei allerdings von dem kleinen Ort nicht so übermäßig angetan, was sie wohl in der Klasse ein- bis zwei Mal hatte verlauten lassen, und deswegen fänden das alle so amüsant, dass die Neue ausgerechnet dort wohne.

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Okay, ich hatte die Klasse ja in den Herbstferien schon kurz kennen gelernt, und deswegen hing für mich an diesen ersten Minuten gar nicht so viel. Die Begrüßung hat mich da viel mehr irritiert. Stellt euch vor, ihr sitzt nichts ahnend da und plötzlich stimmt die ganze Klasse ein ‚Aaaineen wunderschönen guten Morgen FrauP.moin! an! Ich muss zugeben, mehr weiß ich gar nicht mehr über meinen dritten ersten Schultag. (Na, wer weiß welcher der erste und welcher der zweite war? Ja, du da hinten in der Ecke! Rrichtig, Grundschule – September 2006 – und Goethe-Gymnasium – September 2010. )

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Am Anfang wars es echt sehr anstrengend. Man – oder zumindest ich;) – stand ständig unter Hochspannung. Jeden Tag ist irgendetwas Neues passiert; das erste Mal im Chor, alleine morgens fremde Bahnen suchen, bei Raumänderung musste ich mehrmals ein paar kleine Unterstüfler fragen wo ich hin muss, hat denen auch gefallen endlich mal von den Großen nicht nur böse, genervt oder herabschauend behandelt zu werden…

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Ich finde, es war ein gutes Jahr. Unglaublich erlebnisreich – mein erstes Praktikum, das ich etwas notgedrungen in einem Hotel gemacht habe, ein tolles Wochende mit süddeutschem Besuch, eine Chorfahrt nach England, Osterferien in Dänemark, BUJU- Festival in Erfurt, und noch ne ganze Menge mehr. Und es waren auch nicht nur die großen Events die mich verändert haben.

Und ich bin dankbar dafür, was schon alles passiert ist. Ich bin dankbar für meine Familie, dankbar für alle die immer noch Kontakt zu mir haben wollen obwohl ich mich so feige aus dem Staub gemacht habe, und dankbar für die, die mich hier so offen aufgenommen haben. Und ich freue mich auf alles was noch kommt! Auf ’ne ganze Menge weiterer halber Jahre!

 

 

Dieser Sommer

Ich muss zugeben, ein paar Zweifel hatte ich ja schon. Schließlich haben beide Seiten so oft davon gesprochen, dass selbst ich mit meinem Sinn für Humor mir nicht mehr sicher war, ob das wirklich immer nur Sarkasmus ist.

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Es geht um den Sommer im Norden. Der wurde nämlich sowohl von meinen süddeutschen Bekanntschaften  („Da oben neben dem Polarkreis gibts des net“ oder so ähnlich) als auch von den Norddeutschen ( „So was ham wa hier nich“ , so in der Art) einfach geleugnet, der Arme! Sozial engagiert, wie ich nun mal bin, hab ich mich mal um ihn gekümmert und dachte mir: ‚Mensch, Marie! Du mit deinen 3000 Klicks am Tag, du könntest ihn doch mal ein wenig bewerben ( „Shoutout“ nennt man sowas auf Neudeutsch, glaub ich…) ! Sein Image wieder aufbauen und so!‘  Tja, gesagt – getan ; ich erzähle euch jetzt mal – nein, keine 20 unnützen Fakten – sondern etwas über meine Beziehung zu ihm, dem norddeutschen Sommer.

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Jedenfalls hatte ich mich schon mit dem Gedanken angefreundet, mir nie mehr Gedanken um meine Bikinifigur machen zu müssen und mich auch im Sommer der Öffentlichkeit nur mit Wollpullis zu präsentieren – da kam der letzte Freitag mit seinem nach Freibad, Eis und kurzen Klamotten riechenden Atem und haute mich einfach komplett um.

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Ich bin dann erst mal ins Kino, so verwundert über diese Überraschungsaktion. Aber eigentlich habe ich mich total gefreut, denn insgeheim hatte ich natürlich immer auf einen echten Sommer gehofft. So mit Baden im See, morgens ganz früh aufstehen und mit dem Rad über die Felder fahren, abends zusammen mit der Sonne lange draußen bleiben, Kirschen pflücken, barfuss nach Hause laufen und solchen Dingen halt.

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Allerdings habe ich den Verdacht, dass er nur Plattdeutsch spricht; so ganz durchschaut habe ich ihn nämlich noch nicht. Nicht nur, dass er nach nicht allzu langer Zeit einfach an einen unbekannten Ort abhaute, vor allem ging er ohne mir zu sagen, wann er wieder kommen würde. Oder eben ich habe ihn einfach nicht verstanden.

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Naja, ich hoffe, dass ihn seine erste Begegnung mit mir nicht zu sehr aus der Bahn geworfen hat und er noch mal wieder kommt!

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