Gestreift

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Ein fremdes Leben gestreift. Nur einen Moment. Ein Blick in der Bahn, der andere saß gegenüber, zwischen euch der Gang, vollgestopft mit zwei Fahrrädern, einem Koffer, einer Mutter und ihrem kleinen Kind. Plötzlich fängt das Kind an zu lachen, ihr schaut auf, schaut euch an und müsst lächeln.

Ein Leben gestreift. Ihr werdet euch nie wieder sehen. Habt keine Ahnung wie der andere so ist, ob er auch so viel über sein Leben nachdenkt wie ihr, ob er eher so der Morgendstimmunggenießenfrühstück amMeertyp oder der SonnenuntergangsnachtgenießengehtsnocheinbisschenschrägerTyp ist. Ihr wisst nicht, ob er sich früher immer einen kleinen Bruder gewünscht hat aber Einzelkind blieb, oder ob er immer von seiner großen Schwester geärgert und von der Kleinen genervt wurde. Das alles werdet ihr nie wissen. Aber er hat euer Leben gestreift. Und ihr seins.

Als was werdet ihr auf seiner Seite in die Erinnerung eingehen? Als der Lächelkumpan, der einem das erste Mal seit langem nicht vertreten verlegen bemitleidend anschaut, weil seine Freundin diesen Krebs. Hatte. Oder wird er sich nur an eure neue Tasche erinnern, auf die ihr selber auch ganz schön stolz seid?

Ihr habt Leben gestreift. Ihr gehört zu diesem Moment, diesem Moment den ihr jetzt teilt.

 

Puuuh, was will die Olle denn jetzt damit sagen? Gute Frage, stellt sie sich auch gerade. Vielleicht, dass man im Moment leben sollte? Dass einen irgendwie alles prägt, aber man selbst entscheiden kann in welchem Sinne? Dass sie Katzen cool lässig elegant selbstbestimmt niedlich toll findet und die ganze Melancholie in dem Text drunter daher rührt, dass sie wegen ner Katzenhaarallergie wohl nie eine Katze haben wird? Tja, wie auch immer, hey! Ich hoffe wir ’sehn‘ uns wieder öfter in nächster Zeit.

ein. halbes. jahr.

Heute vor genau sechs Monaten hat für mich ein Lebensabschnitt aufgehört. Klingt irgendwie hart, dafür dass ich erst vierzehn bin aber so ist es nun mal. Natürlich habe ich ’ne Menge mitgenommen aus diesem Kapitel – immerhin war es mein erstes! – , Erfahrungen, Erinnerungen und Freunde.

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Heute vor genau sechs Monaten saß ich mit meiner Schwester im ICE von Stuttgart nach Hamburg. Wir hatten uns gerade am Ludwigsburger Hauptbahnhof verabschiedet, in der Regionalbahn habe ich mit meinem heftigen Schluchzen ein kleines Kind traumatisiert, seine Mutter hätte uns wohl am liebsten in den Arm genommen. Nun saßen wir da im ICE, zum ersten Mal in der 1. Klasse, und ich hatte das Gefühl im Nichts zu schweben. Von meinem alten Zuhause hatte mich mich verabschiedet, das Neue kannte ich noch nicht und ich wusste auch noch nicht, ob es jemals eine Heimat für mich sein könnte.

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Die gesamten Weihnachtsferien befand ich mich in so einer merkwürdigen Zwischenphase, ich gestaltete mein Zimmer, lernte ein paar Ostseeküstendörfchen und mit ihnen völlig verschiedene Seiten der Ostsee kennen, und definierte mein „Zuhause“ neu. Aber ständig saß mir diese Ungewissheit namens ‚Die NEUE SCHULE!!!‘  im Nacken. Keine Angst, aber Nervosität, Aufregung.

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Naja, und dann kam der erste Schultag, der 7. Januar, und zusammen mit Amelie und Elias und meinen Eltern wartete ich zur zweiten Stunde im Sekretariat. Nachdem Amy und Elias schon von ihren Lehrern abgeholt worden waren, kam dann auch Frau P. – wir nennen und ich schlängelte mich hinter ihr durch die Schülermengen bis zum Geografieraum, der für mich zu dem Zeitpunkt aber noch ein Erdkunderaum war…

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Und dann stand ich da vorne vor der Klasse und – nein, es haben mich nicht alle angeschaut. Hey, erster Schultag nach den Ferien, was erwartet ihr! Ich habe dann wohl irgendwas gesagt wie, ‚Ich bin die Marie. Komme aus dem Süden. Und jetzt wohne ich im Nachbardorf/Kleinstadt/Ort/Ansammlung-alter-hanseatischer-Villen/Hier-Namen-Einfügen.‘ Alle lachten, spätestens jetzt hatten mich auch alle bemerkt. Als ich dann neben R. – klar steht das für Radiesschen, was dachtest du denn?! – saß, beruhigte sie mich erstmal, außer mir würde noch eine andere Schülerin im oben erwähnten B.wohnen, sie sei allerdings von dem kleinen Ort nicht so übermäßig angetan, was sie wohl in der Klasse ein- bis zwei Mal hatte verlauten lassen, und deswegen fänden das alle so amüsant, dass die Neue ausgerechnet dort wohne.

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Okay, ich hatte die Klasse ja in den Herbstferien schon kurz kennen gelernt, und deswegen hing für mich an diesen ersten Minuten gar nicht so viel. Die Begrüßung hat mich da viel mehr irritiert. Stellt euch vor, ihr sitzt nichts ahnend da und plötzlich stimmt die ganze Klasse ein ‚Aaaineen wunderschönen guten Morgen FrauP.moin! an! Ich muss zugeben, mehr weiß ich gar nicht mehr über meinen dritten ersten Schultag. (Na, wer weiß welcher der erste und welcher der zweite war? Ja, du da hinten in der Ecke! Rrichtig, Grundschule – September 2006 – und Goethe-Gymnasium – September 2010. )

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Am Anfang wars es echt sehr anstrengend. Man – oder zumindest ich;) – stand ständig unter Hochspannung. Jeden Tag ist irgendetwas Neues passiert; das erste Mal im Chor, alleine morgens fremde Bahnen suchen, bei Raumänderung musste ich mehrmals ein paar kleine Unterstüfler fragen wo ich hin muss, hat denen auch gefallen endlich mal von den Großen nicht nur böse, genervt oder herabschauend behandelt zu werden…

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Ich finde, es war ein gutes Jahr. Unglaublich erlebnisreich – mein erstes Praktikum, das ich etwas notgedrungen in einem Hotel gemacht habe, ein tolles Wochende mit süddeutschem Besuch, eine Chorfahrt nach England, Osterferien in Dänemark, BUJU- Festival in Erfurt, und noch ne ganze Menge mehr. Und es waren auch nicht nur die großen Events die mich verändert haben.

Und ich bin dankbar dafür, was schon alles passiert ist. Ich bin dankbar für meine Familie, dankbar für alle die immer noch Kontakt zu mir haben wollen obwohl ich mich so feige aus dem Staub gemacht habe, und dankbar für die, die mich hier so offen aufgenommen haben. Und ich freue mich auf alles was noch kommt! Auf ’ne ganze Menge weiterer halber Jahre!

 

 

Dämmerung

Kennt ihr das Gefühl abends dem Tag beim zu-Ende-gehen zu zu schauen? Es ist irgendwie melancholisch: man ist wieder einen Tag älter, ein Tag weniger bis zum Geburtstag aber man hat außerdem eigentlich nie all das geschafft was man sich vorgenommen hatte. Und ich frage mich dann, was ich diesen Tag gemacht habe, dass er die 24 Stunden wert war. Habe ich diesen Tag genutzt um meinen Zielen ein paar Schritte näher zu kommen, die Welt ein bisschen besser zu machen – wo war der Sinn dieses Tages? Habe ich das getan, was ich tun sollte?

Berufung ist sowieso so eine Sache – was ist mein Sinn des Lebens? Warum lässt Gott die Dinge so passieren, die dunklen Wolken regnen und die Kriege Kriege sein – was bedeutet das für mich? Wo ist mein Platz in dieser Welt, was ist meine Aufgabe?

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Wenn ich abends an meinem Schreibtisch unter meinem Dachfenster sitze und dem Tag langsam beim zu-Ende-gehen zu schaue, frage ich mich manchmal, ob ich diesen Tag auch richtig ausgekostet habe. Habe ich an diesem Tag die Chancen ergriffen ihn wunderschön, einmalig und unvergesslich zu machen?

Habe ich heute die Chancen ergriffen, das Leben anderer wunderschön und ihren Tag unvergesslich zu machen? Der Bäckersfrau mit einem Lächeln einen schönen Tag wünschen, morgens mal für die ganze Familie den Tisch decken und liebe Menschen einfach in den Arm nehmen – sehr praxisnahe Empfehlungen!

England – des Abenteuers erster Teil

Ich bin ein Frankreich-Dänemarkkind. Ich habe soo viele tolle Sommer in Dünen, Lavendelfeldern, auf Hüpfkissen und mediteranen Märkten verbracht – aber nach Großbritannien bin ich dieses Jahr erst das erste Mal gereist. Ich hatte das Glück, mit dem Chor in dem ich schließlich zu dem Zeitpunkt noch keine zwei Monate sang, für eine Woche nach England fahren zu dürfen. Am Sonntag vor vier Wochen ging es los – morgens um drei! Denn um nach Woodbridge zu kommen mussten wir die Hürde von 17 Stunden Busfahrt davon zwei mt der Fähre, überwinden.

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Das war mein erster Blick auf die englische Küste und auch wenn es bedeckt und windig war – ich war verzaubert. Ich meine: neues unbekanntes Land, neue Kultur, quasi ein neuer Kontinent… Als wir dann in Woodbridge ankamen und von den Gastfamilien abgeholt wurden war es schon dunkel, trotzdem kann ich mich an die erste ’nach Hause‘-Fahrt noch gut erinnern. Da ich mit zwei anderen Mädels aus dem Chor in einer Gastfamilie war, konnten wir uns ausgiebig über unsere ersten Eindrücke austauschen, Punkt Numero Uno: das Auto. In vierzehn Jahren habe ich gelernt, dass ein Lenkrad auf der rechten Seite im Auto ist. Das hatte ich auch nie in Frage gestellt, wieso sollte das auch anders sein? Und nun wurde in wenigen Minuten mein gesamtes Weltbild gewaltsam umgekrempelt… Wir fuhren also durch die beschauliche Nachtwelt der dörflichen Suffolkgegend um Woodbridge. Auf einmal kamen wir an einem Schild mit der Aufschrift ‚Bucklesham Hall‘ vorbei und ehe ich mich versah bog Vater Jamie dort ein. Was nun folgte, war eine 0.8 km lange Privateinfahrt, ein schnurgerader Weg der, von abertausenden Osterglocken gesäumt, uns zu Bucklesham Hall führte. Dort angekommen, begrüßten Kerstin, ‚die andere Marie‘ und ich die Familie erst einmal; Vater Jamie, Mutter Catherine, Tochter Ella und die zwei süßen Hunde. Zum Essen hatte Catherine furchtbar lecker gekocht – und hätten wir nicht die letzten 17 Stunden konstant, durchgehend und ohne Unterbrechung gesnackt hätten, hätte ich von dem überbackenen Brokkoli, den überbackenen Ofenkartoffeln, Fleisch, Gemüse und Yorkshire Pudding sicher noch viel mehr gegessen. Das lustigste aber war sicher der Yorkshire Pudding der überhaupt kein Pudding sondern Pfitzauf (schreibt man das so?!?!) war! Von wegen typisch britisch!

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Am nächsten Morgen hatten die Engländer Schule und wir Probe, zum Teil in der St.Marys Church, auf dem Weg dorthin sahen wir schon das erste bisschen von Woodbridge, dieser alten, schnuckeligen, kleinen, ein bisschen spießigen aber farbenfrohen Küstenstadt.

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Die anderen habe ich nachmittags gemacht, als Catherine uns die Stadt gezeigt hat.

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Und genau das ist das Besondere an England. Man nehme ein paar Backsteinhäuschen – aus Hamburg, Norddeutschland oder Dänemark – und füge ein paar hübsche Fassaden hinzu…

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… dann malt man ein bisschen mit mediterranen Eissortenfarben herum. Je bunter desto besser!

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Dann kann man natürlich die Backsteine noch mit den Farben mischen.

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Und wenn man eine Handvoll davon an einen Fluss kurz vor der Mündung stellt und einen Hafen dran baut – voila, Woodbridge!

Frühling, bist du’s?

Ja, der Frühling, mit dem ist das so ’ne Sache. Genau wie mit dem Winter eigentlich. Aber beim Sommer ist das anders, findet ihr nicht? Und wenn ich es mir recht überlege ist der Herbst – der vierte im Bunde – auch noch mal anders. Aber eher wie der Sommer…

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So, jetzt müssten all die, die nur mal zufällig hier vorbeigeschaut haben, weg sein. Jetzt wo wir unter uns sind kann ich euch ja auch erzählen, was die ersten Sätze eben sollten:

Ich habe philosphiert. Okay, ja, das kann man eigentlich immer sagen;) Ich meinte die Übergänge zwischen den Jahreszeiten. Ist euch das mal aufgefallen? Der Frühling beispielsweise kann ganz schön gemein sein. Nach einem langen, kalten, dunklen, grausamen Winter zeigt er sich eines Tages ein erstes Mal – und weckt in uns Sehnsüchte und Hoffnungen nach der Sonne, den Vögeln und ihrem Gezwitscher, den Blumen, den Farben, Barfuss durch feuchtes Gras gehen, Eis essen, Meer…

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Und dann ist er auch schon wieder weg, lässt uns zurück. Und die Ernüchterung die auf einen Moment der Glückseligkeit folgt ist oftmals noch viel härter als die Zeit davor. Der Frühling spielt dieses grausame Spiel aber noch weiter. Wie eine Katze die Maus  lockt er uns zu sich, kommt näher, lässt die Sonne unsere Nasen kitzeln und wenn wir dann alle barfuss auf der Blumenwiese sitzen haut er blitzschnell wieder ab. Eine On-Off-Beziehung. Oder wie wenn man im Unterricht nicht aufpassen kann und mit dem Schlaf kämpft. Wenn man plötzlich hochschreckt und merkt, dass man wohl die Augen zu hatte… ich hasse dieses Gefühl nicht zu wissen, ob man grade eigentlich minutenlang vor sich hingepennt hat…

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Soo, jetzt bin ich irgendwie mal wieder abgeschweift. Den Tag, an dem ich einen aus mehr als zwei Sätzen bestehenden Text hinbekomme ohne abzuschweifen, diesen Tag werde ich mir für immer im Kalender markieren und jedes Jahr sein Jubiläum feiern! (Seht ihr, ich bin sogar beim  übers Abschweifen Schreiben abgeschweift!!!! Kennt ihr einen guten Arzt der eventuell auch noch gleich meine Schwäche für Gedankenstriche kurieren könnte?)

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Dingelingeling! Bringen sie mir doch bitte noch einmal das Thema, Vincent! – Jawohl, Madame. – Ah, genau, die Jahreszeiten, der grausame Frühling… Danke, Sie können sich jetzt wieder entfernen!

Das spannende daran ist nämlich: beim Sommer ist das ganz anders! Der Frühling verändert sich im Alter und wird langsam und sanft zum Sommer. Es wird immer wärmer und grüner draußen bis es eben nicht mehr wärmer und grüner wird. Dann ist der Sommer da!

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Der Herbst ist eigentlich auch so ein softer Typ; irgendwann werden halt die Äpfel bunt und reif, die Blätter bunt und – okay, nicht reif. Wobei, können Blätter reif werden? Ich meine, es gibt ja auch Tiere die Blätter essen – mögen die ihre Blätter dann unterschiedlich reif? So wie wir Menschen unsere Frühstückseier oder unseren französischen Weichkäse alle unterschiedlich mögen? Stopp, Marie! Hey, du schweifst schon wieder ab!

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Wie mögt ihr denn euren französischen Weichkäse am liebsten? Ich preferiere ihn ja so mittel – nicht zu würzig aber auch nicht ganz geschmackslos…

Viele Grüße aus Dääänemark und frohe Ostern!

P.S. Die hübsche Tänzer/Schlittschläuferin aka der personifizierte Frühling auf meinen Bildern ist meine Schwester die ich Mitte Februar (!!!) an einem dieser Frühlingsschnuppertage im Kleidchen nach draußen gezerrt habe. Aber das ‚Modeln‘ macht sie gut, oder?

Aufgeräumt

                                                     Ich mag Aufräumen.                                                Allem einen Platz geben, sich von Altem verabschieden und Neues zu entdecken. Trotzdem räume ich nicht gern auf. Bei mir funktioniert  dass nämlich so, dass ich erstmal alles rausreiße um dann tagelang alles zu sortieren und neu einzuräumen ( Ich brauche ja wohl nicht zu erwähnen, dass mein Zimmer während dieser Zeit unbewohnbar ist…).

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Man findet alte Erinnerungsstücke und entscheidet, ob man sie behält oder eben nicht. Wenn dass mit denen im Kopf auch ginge… Man könnte die doofen Sachen einfach löschen! Aber man würde Fehler mehrmals machen, nichts lernen. Und was, wenn sich später rausstellt dass das doch was Gutes war?

Erinnerungen

Ob man es glaubt oder nicht, ich bin vor fünf Tagen vierzehn geworden. ja, ich weiß, dass ist kein Alter doch ich finde, man kann in vierzehn Jahren einiges erleben (Wie soll dass denn erst werden wenn ich sechzig bin?! ).

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Ich habe das große Glück, eine Mutter zu haben, die sehr viele wunderschöne Photos macht. Und diese Photos klebt sie jedem meiner drei Geschwister und mir immer in ein Album. Ich liebe es einfach in Erinnerungen zu stöbern. Viele Dinge und Erlebnisse sind einem gar nicht mehr bewusst. Und ganz plötzlich kommen die ganzen Gefühle wieder hoch, für den Moment hört, riecht, fühlt man genau wie damals. All die Freude und Unbeschwertheit aber auch Sorgen ( zugegeben, die waren damals nicht besonders groß… ). Doch das hält nur für einen Moment. Diese Erinnerungen sind wie Papierfetzen, die dir der Wind entgegenweht; manche klatschen dir mit voller Wucht ins Gesicht, andere streifen nur deinen Arm. Doch alle treibt der Wind wieder weiter, so dass bloß ein Kribbeln übrig bleibt.

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Mein Geburtstag war übrigens wirklich schön, meine Schwester und meine Mutter haben für mich einen Überraschungsparty organisiert, von der ich bis zuletzt keine Ahnung hatte! Ich war mit meinem Vater zu einem Fahrradshop gefahren weil ich ein neues Rad brauch und als wir zurückkamen, standen alle in der Küche und riefen `Happy Birthday!´ , ich hab ’ne ganze Weile gebraucht, bis ich erkannt habe wer da steht und noch viel länger um zu begreifen dass sie da wirklich standen!!!! Ich meine, Überraschungspartys gibt’s doch nur im Film  oder bei Hanni&Nanni! Das war echt wunderschön…

Stimmungsaufheller

Die letzten Wochen vor der Notenabgabe sind jedes Jahr wieder aufs Neue eine grausame Überraschung. Dieses Jahr fand ich’s besonders schlimm; eine Arbeit nach der anderen, tausend und zwei Referate, Portfolios, Hausarbeiten und dann noch zwei mal die Woche abends Chor. Ich hab nicht mehr genug geschlafen und mich ziemlich scheiße gefühlt. Mir haben drei Sachen gut getan.

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Als erstes, in den Boheme-Aufführungen für zehn Minuten einfach jemand anders sein und sich einfach nur freuen, dass Weihnachtsmarkt – ja, spielt halt im Winter;) – ist. Das Zweite war meine GFS. Das mit der GFS war bei mir dieses Schuljahr so ne Sache; eigentlich wollte ich in Bio über Allergien und dann in Deutsch über Goethe machen aber das Eine war schon vergeben und beim Anderen hab ich beim Schnick-Schnack-Schnuck verloren, also musste ich einen Autor und sein Werk vorstellen. Ich hab mich dann nach jahrzehntelanger Recherche für Anne Frank entschieden. Ich habe ihr Tagebuch gelesen und das Buch von Miep Gies, einer der Helferinnen.

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Was ich so toll an Anne Frank finde, ist ihr Optimismus, ihr Humor und dass sie irgendwie das gleiche erlebt, wie ich gerade. Ja, ich weiß, solche Bücher über das Leben von Teenagern gibt es wie Steine im Gebirge aber ihr Tagebuch ist echt. Real. Tatsächlich erlebt. Und schildert nebenher noch das Leben versteckter Juden vor siebzig Jahren. Und den Verlauf des zweiten Weltkriegs. Anne Frank war voller Lebensfreude und hat sich nie unterkriegen lassen. Sie wollte nach Paris ziehen und studieren, dann Journalistin und Schriftstellerin werden. Sie hatte immer Ziele und hat Gott vertraut. Das war übrigens mein dritter Punkt. ‚God is bigger than all of your problems‘ hat mir Hoffnung und Kraft gegeben. Das hab ich übrigens auf dem tumblr von Kringelherzen gefunden, eine äußerst lohnenswerte Seite!

Heute haben wir jetzt die letzte Arbeit geschrieben, jetzt muss ich mich  – nur noch – wieder erholen, mein Chaos aufräumen und fürs Orchester üben, Freih(z)eit ich komme!

 

Endlich Samstag

Meine Brüder hatten heute den Tag der offenenTür in ihrem Chor. Das heißt, man konnte bei den Proben zuhören, im Garten arbeiten und am Mittag wurde dann gegrillt.P1030394

Als es ein bisschen kalt wurde, wollte ich mit meiner Schwester kurz zum Auto gehen, um meine Jacke zu holen. Als ich ein Photo von ihr machen wollte, drehte sie sich plötzlich um und ich machte den Schnappschuss meines Lebens.;)

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Ich fand die fliegenden Haare ziemlich cool und hab dann  noch mehr Bilder gemacht.

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Ein Tag, an dem irgendwie alles schief geht…

Es gibt Tage, da läuft alles ganz gut; die Sonne scheint, Deutsch fällt aus, und solche tollen Überraschungen eben. Es gibt Tage, an denen läuft nicht alles gut, man verschläft zum Beispiel morgens, lässt die Nachbarin und die Schwester deshalb stundenlang im Flur warten (es waren nur zehn Minuten!), und muss dann zum Bus rennen. Und es gibt Tage, an denen ALLES schief geht. Es fängt mit dem oben beschriebenen Nachbarin-warten-lassen-Phänomen an, führt über den Physikunterricht und Hustenanfall im Bus (ich dachte echt ich krieg´ keine Luft mehr!!!) zu vergeblichem Handysuchen daheim. Aber ohne mein Handy fühle ich mich immer so schutz- und hilflos…. Als ich mich gerade auf den Weg zur Stadtbahn -also zur Chorprobe- machen will, erfahre ich, dass selbige heute schon eine halbe Stunde früher anfängt. Pünktlich komm ich also eh nicht mehr.  Nach der Probe und einer halbe Stunde warten auf meinen Vater – weil man nach 21:00 unter 16 Jahren abgeholt werden muss – erfahre ich von ihm, dass jemand um 18:30 meinen WhatsApp-Account gelöscht hat; zu einer Zeit, zu der ich mein Handy gar nicht mehr hatte…  Joa, dass ist jetzt halt so ein winziges bisschen doof, weil da ganz viele Bilder und Handynummern drauf waren, die ich sonst nirgendwo mehr habe und die ich auch nicht so schnell wiederkriege , weil die zugehörigen Leute beispielsweise in Russland leben. Falls also jemand ein völlig vermacktes, herrenloses Samsung Galaxy Ace Plus finden sollte – das ist meins!!!