Mit den Ohren reisen

Podcasts. Ich liebe Podcasts. Weil ich so gerne über spannende Sachen mehr erfahre. Weil ich nach einem Tag (oder auch nur mehreren Stunden) mit anderen Menschen und vielen sich bewegenden Dingen (dabei) gerne die Augen zu mache. Weil ich nicht gut einschlafen kann. Weil mir auf Auto-, Bus- und Zugfahrten beim Lesen schnell schlecht wird.  Weil es so viele tolle, spannende, lustige Sachen da draußen gibt – und sie sind alle gratis, offline verfügbar und unendlich!

Und weil sie eigentlich nur Blogs in einer anderen Disziplin sind.

Wenn man sich auf Besuch in die Podcastwelt macht, gibt es da sehr viele verschieden Eingänge in dieses sagenumwobene Reich voller unbekannter Reichtümer. Und weil man die Früchte, die an den Podcastbäumen wachsen, sonst nicht sehen könnte, bekommt man an jedem Eingangsgatter eine Brille aufgesetzt. Diese unterscheiden sich ziemlich und die meisten Menschen kommen immer wieder an ihrem Gatter an, weil sie sich mit der jeweiligen Art zu sehen angefreundet haben und empfehlen auch ihr Gatter ihren Freunden weiter. (Denen, die sie nicht mögen meistens nicht. Oder nur, wenn ihnen die Brille ständig von der Nase gerutscht ist und sie diesen ganzen Bäumequatsch total albern fanden. Dann kommen sie meistens auch nicht mehr wieder, oder zu einem anderen Eingang.) Aber tatsächlich funktionieren die allermeisten Brillen sehr gut und wenn man mit seiner zurecht kommt, was am Anfang manchmal etwas dauern kann, muss man sie auch nicht mehr abgeben.

Meine funktioniert mit einem Dekodierungssystem namens Podcatcher/Feed-Aggregator/Podcasting-Client und sieht aus wie eine App und eigentlich ist das auch alles was zählt. Mir steht dieses Modell ganz gut, besser als eine Website oder ein iTunes, aber jedem das seine, da bin ich sehr tolerant.

An den meisten Gattern werden auch Körbe ausgeteilt, damit man Früchte pflücken und mitnehmen kann. Und Landkarten, damit man Bäume, deren Früchte einem gut geschmeckt haben, wieder finden kann, wenn man sein ganzes Obst aufgegessen hat.

Und so zählt ein Ausflug in die Podcastwelt mittlerweile zu meinem mittelbaren und das Verzehren von Podcastbaumfrüchten zu meinem unmittelbaren Alltag. Und weil auf den meisten Landkarten direkt am Anfang noch gar keine Bäume stehen, beziehungsweise nichts über den Geschmack ihrer Früchte, gebe ich allen Reiselustigen hier mal ein paar meiner markanten Punkte in der Landschaft mit. Und weil man auf dem Weg zum einen ja oft ganz viele andere kennen lernt, kann man sich so schnell eine kleine Infrastruktur aufbauen, mit lauter wunderbarem Obst.

Also liste ich sie mal auf, versuche ihre Geschmacksrichtung kurz darzustellen und sie ein wenig nach Arten zu sortieren.Der Einschlafen-Podcast – Tobi redet über Dinge die gerade so spannend sind, dass man abgelenkt wird, aber noch nicht zu spannend um sie nicht zu ende zu hören müssen.

Die kleine schwarze Chaospraxis – Ninia LaGrande und Denise M’Baye reden und lachen. Über alles mögliche.

Popradar – Ninia LaGrande und Leonie Warnke reden über Popkulturelles, Klatsch und Tratsch.

Feuer & Brot – Alice und Maxi reden über Gesellschaftliches wie Frauen in der Politik, Bodypositivity oder andere Podcasts.

Talk ohne Gast – Moritz Neumeier und Till Reiners reden immer ohne den Gast über ihn und dann sehr schnell über alles mögliche.

Undduso – Denise M’Baye redet mit Schauspielern über deren andere Berufe und Passionen.

A mindful mess – Maddie Alizadeh von dariadaria.com spricht über Nachhaltigkeit, Verletzlichkeit und alles was sie sonst noch so bewegt.

Cockpitbuddy – Suk-Jae Kim redet übers Fliegen und warum man keine Angst davor haben muss.

Die Seriensprechstunde & Die Seriendialoge – Ulrike Klode redet mal mit Marco mal mit Experten über Serien. (Sehr spannend auch wenn man keine einzige Serie anschaut!)

Gute Arbeit Impro – Katjana Gerz, Lena Kupke, Stefan Titze und Florentin Will vom Sketch-Videoteam Gute Arbeit Originals improvisieren sich über Begriffe aus den Kommentaren in andere Welten.

Zeitzeugen im Gespräch – Rainer Burchard vom Deutschlandfunk redet mit (bekannten) Persönlichkeiten über Erfahrungen.

Eine Stunde Talk – Sven Preger von Deutschlandfunk Nova redet mit Menschen „die was zusagen haben“.

Hotel Matze – Matze Hielscher von Mit Vergnügen redet mit Künstlern, Unternehmern und Politikern.

Die Lage der Nation – Philipp Banse und Ulf Buermeyer reden über politische Geschehnisse und die Lage der Nation.

Deutschlandfunk Hintergrund – Kurze Reportagen über (meistens) sehr spannende Themen, vom Deutschlandfunk.

Eine Stunde History – Etwas längere Reportagen über historische Geschehnisse, Zusammenhänge und Mechanismen, von Deutschlandfunk Nova.

This American Life – Shows in englischer Sprache über sehr unterschiedliche Themen, von Chicago Public Media.

Hörsaal – Deutschlandfunk – Mitschnitte von Vorträgen spannder Forscher über spannende Themen, von Deutschlandfunk Nova.

generell alles von Deutschlandfunk, Deutschlandradio und Deutschlandfunk Nova – da sind so tolle Sachen dabei, die ich hier gar nicht alle aufschreiben könnte!

TED Talks – Wie könnte ich hier TED Talks nicht mit aufnehmen, dieses unglaublich breit gefächerte, große und mittlerweile auch bekannte Redenformat über alles alles mögliche.

 

Gute Reise! Und bring mir ein paar neue Entdeckungen mit!

Juni 2017 in Athen

Ein Montagmittag, Mitte Juni in Athen. Eine Gruppe deutscher Schülerinnen drängt sich mit einem Klassenkameraden, zwei Lehrern und einem griechischen französisch parlierenden Guide zwischen asiatischen Touristengruppen hin zum Ausgang der Akropolis.

Da fällt einigen ein, dass sie noch schnell auf Toilette müssen und Marie hat plötzlich eine Idee im Kopf, die sich, wie so viele Gedanken, nicht in Worte fassen lässt. Sie hatte auf jeden Fall etwas mit dem großen mediterannen Baum zu tun, der da stand, am Eisenzaun, zwischen dem Drehtor, den Toiletten und zwei Getränkeautomaten, die unter jeweils 50 verschieden Artikelnummern immer nur die gleiche Flasche Wasser anboten.
Und weil sich Marie in Bezug auf verrückte Ideen selten sträubt, ja, ihre Foto- oder Aquarellprojekte oder Texte oft in einem rauschartigen Zustand direkt von der Idee weg entstehen, parierte sie brav. Sie suchte also ein symmetrisch, unkaputtes Blatt aus, das da unter dem Baum herum lag, kramte ihre 5cm große Schere aus dem Rucksack, setzte sich auf den Steinboden, schnitzte ein Wort und eine Zahl in das Blatt und verbrachte den Rest des Tages damit, Fotos zu machen, in denen sie das Blatt vor irgendwelche schönen Motive hält.

Natürlich ist das nicht die ganze Geschichte, die fängt im Januar 2016 an, mit einem gestempelten Schriftzug und endet erst dutzende Stunden, Erlebnisse, Tage, Motive und Fotografien später, nein, dies hier sind nur die Basishandlungen. Aber ich möchte die Bilder selbst sprechen lassen. Sie erzählen nicht nur von einer Studienfahrt, von einem Sommer in einer neuen Stadt in einem fremden Land, sondern auch von mir und wie schönes in mir wohltuende Töne anschlägt. Wie sehr mir die pittoresken oder atemberaubenden oder sanften oder frohen Ecken Athens gefallen und gut getan haben.Die wirklich schwierige Aufgabe war es dann, die RICHTIGE unter all den Aufnahmen auszuwählen. Denn ich hatte die Bilder ja für einen Anlass gemacht, das Album. Ich habe sehr viel Zeit mit der diesmonatigen Ausgabe verbracht, wenn ich überlege, wie oft ich das Blatt, das perfekterweise genau in meine Handyhülle passte, herausbastelte und vor dem Motiv hin- und her schwenkte, um den besten Winkel zu finden. Außerdem war das Programm im Hintergrund beinahe durchgehend am laufen, ich lief durch Athen immer auf der Suche nach einem Motiv, vor dem ich das Blatt hin- und herschwenken konnte. Und wenn man dann noch die Stunde addiert, die ich verbrachte, immer weniger Favoriten in endlosen Slideshows zu vergleichen…
Irgendwann entschied ich mich für dieses hier, weil mir die Farbstimmung gefällt, die Komposition mit der Wolkenfront an der einen Seite, meiner Hand auf der anderen und weil es am Meer ist, wo es mir immer am besten gefallen hat. Ob eine Flaschenpost aus Athen wohl irgendwie hierr in der Nordsee oder Ostsee ankommen würde? Möglich wäre es und das ist alles was zählt.

 

Auf dem Dach

Man könnte es als Zufall abtun und einfach nicht weiter beachten, manchen würde es vielleicht nicht einmal auffallen. Oder man könnte voll die große Sache daraus machen, es als Aufhänger benutzen und Scherze reißen. Oder man könnte sagen, es sei wie beim Domino, hätte durchaus eine Bedeutung und vielleicht sogar eine Mitschuld an meiner langen Abwesenheit. Ja, diese Variante ist wahrscheinlich die populärste, bedenkt man die Länge dieser Pause sowie mein unvermitteltes Wiederauftauchen aus dem See des nichts. Read more „Auf dem Dach“

Oben ist auch hier unten

Ich war gerade oben. Auf dem Dachfirst. Ich habe den Schritt gewagt, heraus aus dem Zimmer, meiner Comfort Zone. Habe das Dachfenster geöffnet, mit der Mischung aus Mut, Bewusstsein des Wahnsinns aber auch dem Gefühl, dass das das einzig Richtige ist in meinem Blut. Ich stieg auf meinen Schreibtisch, stellte mich auf das Fensterbrett und streckte den Arm aus zu den Sprossen einen Meter neben mir.
Ich streckte mich, reckte mich der Freiheit entgegen und ergriff meine Chance. Ohne nachzudenken zog ich mich aufs Dach. Jetzt gab es kein zurück mehr. Vollkommen unbekanntes Terrain. Angst, Wunsch, Adrenalin. Und dannn war ich oben. Saß auf dem Dachfirst, neben mir der Schornstein.

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Ich will wieder hoch. Jetzt. Obwohl ich unglaubliche Angst hatte, unser Haus ist über zehn Meter hoch, das Dach steil. Die Dachziegel neben mir sind so rutschig, dass ich auch barfuß keinen Halt finden kann und der Wind weht mir ständig Haare ins Gesicht.
Doch dass ist besser als hier unten im Moment. Ich will raus, frische, neue, hoffnungsvolle Luft in der Nase und unvoreingenommene Freiheit im Gesicht spüren.
Denn es ist wieder einer dieser Momente, in denen mich die Dunkelheit hier unten zu verschlingen scheint. In denen diese Leere in meinem Herzen mich ganz verrückt macht. In denen ich mir die Ohren und Augen zuhalten will, denn alles um mir herum schreit: `DU BIST ALLEIN!´

Das ist nicht immer so, nein. Ich erlebe so viele Momente des Glücks, hier unten, in meinem Leben. So viele Augenblicke gefüllt mit Liebe und Freude. So viel Freundschaft und Geborgenheit, Gottes Hand unter mir wissend. Ich BIN nicht allein. Das weiß ich. Und die meiste Zeit fühle ich es auch, ist mir das bewusst.
Aber dann kommt wieder diese Dunkelheit und reißt mir den Boden unter den Füßen weg. Es sind Flashbacks in eine Zeit, in der ich mehr Grund hatte, mich einsam zu fühlen. Und das Gefühl, dass ich meiner Vergangeheit nicht trauen kann. Dass nur der Moment zählt. Dass ich mich nicht ausruhen darf, nur das bin, was ich in dem Augenblick gerade geschafft habe und deshalb niemals stehen bleiben und Luft holen darf.

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Oben darf ich das. Ich bin außen vor, lasse mein Leben mit der Dunkelheit unten und atme tief durch. Ich bin einfach Marie. Die, die so gern mit dem Fahrrad durch die späte Nachmittagssonne fährt. Die, die so glücklich und froh und dankbar über diese Geschenke in ihrem Leben ist. Dieselbe Marie, die ich mit acht Jahrn war, als ich Kalle Blomkvist gespielt habe. Nur um viele Gedanken, Erfahrungen und Perspektiven reicher. Die Marie, die so stark war, Dunkles bekämpft und besiegt hat. Die Marie, die mir lachend aus dem Spiegel entgegen guckt. Weinend. Verzweifelt. Verschmitzt. Glücklich. Die Marie, die Gott vertraut, dass er sie nicht allein lässt. Die vergeben und loslassen kann. Der diese Dunkelheit nichts anhaben kann, auch wenn jetzt Herbst wird. Denn ich hole tief Luft, dort oben auf dem Dachfirst und merke, dass es diese luft auch hier unten gibt. Ich trage die wiedergewonnene Freiheit mit mir herunter und zünde ein Lagerfeuer an.

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Flaschenpost

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Flaschenpost. Eigentlich schicke ich eine Flaschenpost los, wenn ich hier einen Text schreibe. Ich hole meine schönsten Stifte heraus, schreibe in Schönschrift und mit Bedacht, denn – obgleich es bedeutungslos erscheinen mag – es ist mir wichtig. Sinnvoll, praktisch, notwendig oder logisch ist das ja allemal nicht, unadressierte Sachen einfach so in die Wellen des Internets zu werfen. Man tut es des bloßen Schreiben wegens. Oder des Fotografierns, Malens, Codens, Erschaffens. Der Freude wegen. Und weil es ja vielleicht doch jemand findet, sich freut oder zurückschreibt. Eine Flaschenpost umgibt etwas geheimnisvolles. Keiner weiß, was sie auf ihrem Weg erleben wird, erlebt oder erlebt hat, sie ist das einzige, das den Empfänger mit dem Verfasser verbindet, streift beide Parteien und versiegelt deren Verbindung. Flaschenpost.

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Das Meer hat es nicht nötig, mit Blinklichtern und Neoneffekte auf sich aufmerksam zu machen, es weiß um seine atemberaubende Ausstrahlung. Und so verwandelt es sich, mit seinem Kompagnon dem Abendhimmel in einer einzigartigen langsamen Bedächtigkeit, die zeigt, dass es um seine Mächtigkeit Bescheid weiß. Es leuchtet von ganz allein, aus reinster Schönheit.

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Diese Flaschenpost schicke ich aus La Rochelle auf ihre Reise. Kurz nach Sonnenuntergang werfe ich sie ins tiefblaue Wasser des alten Hafenbeckens, neben die glitzernden Spiegelungen der Straßenlaternen und den Lichtern der Cafés an der Hafenpromenade, zwischen die kleinen Segelboote und Ausflugsschiffe. Von doort wird sie aus dem Hafen, zwischen den beiden alten Türmen hindurch aufs offene Meer getrieben. In die FReiheit des Atlantiks.

Februarnächte

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Siebter. Empfindet man nachts anders?

Nächten fehlt naturgemäß das – natürliche – Licht, welches ja,

wie auch immer und sicher auf diversen Wegen, uns glücklich zu machen in der Lage zu sein scheint.

Doch nachts fühlt man nicht nur negativer, oder? Oder ist das die Müdigkeit?

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Zwölfter.

Nächte können einsam sein.

Unglaublich einsam, unfassbar unbarmherzig.

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Neunundzwanzigster. Sie ist raus.

Aus der Bahn geworfen von irgend einem kleinen, vorbei rasenden Kometen aus lauter Nichtigkeit,

der aber ihren Wall zerstört hat.

Diese mühsam errichtete Schutzmauer aus Ritualen, Gefiltertem, Gebeten, Geplantem und Plänen,

die dennoch so instabil ist.

Winternächte

 Es war der Vierundzwanzigste. Abends.

Alle – zumindest alle, von denen sie wusste – lagen bereits schlafend im Bett. Der Tag ging auf sein Ende zu, und so verhielt er sich auch.

In sich gekehrt und mit sich, der Welt und seinem Schaffen im Reinen, zog er sich langsam und kaum merklich zurück,

um die Menschen – wie die Tiere, Pflanzen, das Meer und das Salz in der Luft – behutsam auf seinen baldigen Abschied vorzubereiten.

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Fünfundzwanzigster. Abends.

Sie flogen mit hundertdreißig zu euphorischem David Garrett ihrem Ziel entgegen.

Der Himmel stand in Flammen.

Alle jemals dagewesenen Schattierungen der Farben zwischen dem Knallorange des sich so dramatisch verabschiedenden Sonnenballs

bis zum Pastellrosa der Federwölkchen, dem goldstichigen Türkis des dazwischen neckisch aufblitzenden Himmels

und dem majestätisch alles Vereinnahmenden tiefen Königsblau bekamen ihren Auftritt im beinah einstündigen Spektakel.

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Einunddreißigster / Erster.

Es ist spät und sie versteht langsam, WARUM man so etwas wie Schlafen in der Nacht erfunden hat.

Sie war ganz froh, jetzt, mit ihren kleinen Geschwistern um sich, im Bett zu liegen.

Das Besondere dieser Nacht liegt wohl darin, dass sich alle in ihren so unterschiedlichen Gewohnheiten und völlig verschiedener … nun,

Leben – plötzlich in einem Abend und in einer Handlung kreuzen, überschneiden, sich verbindend vereinen.

Aber nicht verbindlich, oh nein, ebenso wenig wie die zahlreichen guten Vorsätze,

die schon am zweiten Januar viel von ihrer Imposantheit eingebüßt haben werden müssen.

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Gestreift

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Ein fremdes Leben gestreift. Nur einen Moment. Ein Blick in der Bahn, der andere saß gegenüber, zwischen euch der Gang, vollgestopft mit zwei Fahrrädern, einem Koffer, einer Mutter und ihrem kleinen Kind. Plötzlich fängt das Kind an zu lachen, ihr schaut auf, schaut euch an und müsst lächeln.

Ein Leben gestreift. Ihr werdet euch nie wieder sehen. Habt keine Ahnung wie der andere so ist, ob er auch so viel über sein Leben nachdenkt wie ihr, ob er eher so der Morgendstimmunggenießenfrühstück amMeertyp oder der SonnenuntergangsnachtgenießengehtsnocheinbisschenschrägerTyp ist. Ihr wisst nicht, ob er sich früher immer einen kleinen Bruder gewünscht hat aber Einzelkind blieb, oder ob er immer von seiner großen Schwester geärgert und von der Kleinen genervt wurde. Das alles werdet ihr nie wissen. Aber er hat euer Leben gestreift. Und ihr seins.

Als was werdet ihr auf seiner Seite in die Erinnerung eingehen? Als der Lächelkumpan, der einem das erste Mal seit langem nicht vertreten verlegen bemitleidend anschaut, weil seine Freundin diesen Krebs. Hatte. Oder wird er sich nur an eure neue Tasche erinnern, auf die ihr selber auch ganz schön stolz seid?

Ihr habt Leben gestreift. Ihr gehört zu diesem Moment, diesem Moment den ihr jetzt teilt.

 

Puuuh, was will die Olle denn jetzt damit sagen? Gute Frage, stellt sie sich auch gerade. Vielleicht, dass man im Moment leben sollte? Dass einen irgendwie alles prägt, aber man selbst entscheiden kann in welchem Sinne? Dass sie Katzen cool lässig elegant selbstbestimmt niedlich toll findet und die ganze Melancholie in dem Text drunter daher rührt, dass sie wegen ner Katzenhaarallergie wohl nie eine Katze haben wird? Tja, wie auch immer, hey! Ich hoffe wir ’sehn‘ uns wieder öfter in nächster Zeit.

Kinners, alle kommen, es gibt Nachtisch!

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Hallo! Ja, ich lebe noch! Aber es stimmt schon, seit wir uns hier das letzte Mal getroffen haben… Ich hab‘ die neunte Klasse abgeschlossen, ein Familienwochenende in der Mitte von Deutschland verbracht, wir hatten französischen Besuch, mein Großvater ist gestorben und wir sind los in den Urlaub. Dort bin ich dann in einem süßen alten Hotel im Elsass spontan ein Jahr älter geworden und habe meinen Geburtstag gefeiert. Daaann sind wir weiter in die Bourgogne gefahren wo wir eine Woche inmitten von Weinbergen, romanischen Kirchen – Hände hoch; wer hat alles romantisch gelesen-, urigen Häuschen und echtem französischen Sommerwetter verbrachten. Dann gings weiter in die Provence, das gute Wetter blieb – wir auch, zwei Wochen. Und jetzt sind wir schon wieder daheim. Ich habe natürlich fotographiert, diese Erzeugnisse werden voraussichtlich in nächster Zukunft ein wenig Blogluft schnuppern. Jetzt geht es erst einmal um das, wofür ich die freie Ferienzeit dieser Woche genutzt habe…

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Kochen. Ich hab selbst Heidelbeereis gemacht, dann mit tatkräftiger Unterstützung eine Quinoa-Avocado-Pfanne gezaubert und gestern sind es eben diese kleinen Mascarpone-Beeren-Desserts ‚in a jar‘ geworden. Ich hatte mich bei all diesen Gerichten vor allem von Vera inspirieren lassen, schaut mal vorbei,  da gibts eine ganze Menge leckeren Essens auf schönen Photos zu bewundern.

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Das Rezept ist soo einfach, dass es nicht einmal außerhalb meines – von mir höchstpersöhnlich errichteten – Könnenskreises war, ein wenig zu improvisieren. Nähmlich (wer nämlich mit haaaa schreibt ist dämlich – der Rhythmus von diesem möchte-gern-Reim hat mich schon früher – hach, damals, als ich noch jung und naiv war… – zur Weißglut gebracht, ganz im Ernst, das klingt doch sch**** ), das Hauptprinzip ist Keksbrösel meets Creme meets Obst, gar nicht soo schwer also.

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Nun, und damit ich endlich offiziell und ohne zu lügen sagen kann, dass ich auch schon einmal ein Rezept gebloggt habe, erkläre ich euch, wie das geht!

Man braucht: (mindestens)

Vollkornbutterkekse

Butter

Mascarpone/Quark/Joghurt und Milch

Vanillezucker

Beeren

Speisestärke

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1. Bröseln! Die Vollkornbutterkekse in einen Gefrierbeutel und mit dem Wellholz drauf haun..

2. Matschen! Butter schmelzen und mit den Vollkornkeksüberresten zu einer Masse kneten….

3. Rühren! Das cremige Milchprodukt und Milch + Vanillezucker mit Rührgerät bearbeiten…..

4. Kochen! Die Beeren mit der Speisestärke zu Grütze kochen / Packung rote Grütze öffnen…..

5. Mischen! Das cremige Milchprodukt mit einigen pürierten Beeren verrühren…………………..

6. Schichten! Zuerst die Keksmasse, den Rest in beliebiger Reihenfolge aufeinander schichten

7. Genießen! Alle auf einmal, alle nacheinander oder meinetwegen auch ganz sozial Teilen……

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Bei uns war das Milchding Mascarpone, die Grütze aus Himbeeren und Johannisbeeren und die blaue Creme aus – na, wer hat sich’s schon gedacht – aus Blaubeeren und Mascarpone. Übrigens genoss ich ,vor allem beim Cremesanrühren, ganz wunderbare von meiner Mutter, damit dass hier auch mal gewürdigt wird!

Ich hab‘ dann noch Himbeeren beziehungsweise Erdbeeren ganz dekorativ oben drauf dekoriert und das Ganze nach dem Abendessen an meine Familie und unseren Besuch verfüttert, weil wir insgesamt und alle zusammen deshalb zu elft waren, habe ich zwölf Stück gemacht – den Extrawünschen meiner Geschwister zufolge auch drei Stück ohne Erdbeeren und drei ohne Erd- und Blaubeeren…

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Das Schwierigste war definitiv das dekorative Schichten, schon nach der ersten Mascarponeschicht waren nämlich sämtliche Glaswände komplett weiß. Das kommt davon, wenn man meint, das Dessert ‚in a jar‘ zu servieren! Und auch das Ablichten danach hatte ich mir eigentlich etwas entspannter vorgestellt. Das Licht ist bei Wolkendecke und diesigem Wetter ja sowieso schon sehr bescheiden aber wenn man dann das Ganze unbedingt als Picknick verpacken möchte und rote Beeren mit grünem Gras in Kontrast setzen muss, braucht man schon ein paar gute Probs.  Ich hab‘ sie alle meiner Mama aus unserem großen Regal stiebitzt aber das Leinentuch auf den feuchten Rasen zu legen, hielt sie, im Gegensatz zu mir, für keine so gute Idee…  Aber alles in allem wars das stundenlange in der Küche rum stehen durchaus wert, finde ich.

Fernweh

Ich will weg. Weg von hier, alles hinter mir lassen, ans Meer oder in die Berge, Norden oder Süden… Natürlich möchte ich nicht so weg wie im letzten Blogbeitrag, aber ich will an den ganzen Stress der letzten Wochen nicht mal mehr denken. Aus den Augen, aus dem Sinn oder so in der Art. Das ab nächster Woche Ferien sind, trifft sich da ganz gut und anstatt die letzten Hausaufgaben zu machen hab ich mir grade lieber die Photos aus England angesehen. Da ist mir aufgefallen, dass ich euch da noch gar nicht alle gezeigt hatte – das wird hiermit schleunigst nachgeholt!

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Das ist Cambridge, die alte englische Universitätsstadt nach Oxford. Diese Brücke hier wurde von irgendeinem Mathegenie vor ein paar hundert Jahren entworfen und kam komplett ohne Nägel aus. Dann wurde sie aber – wieder ein paar hundert Jahre später – von einigen Professoren und Studenten auseinander gebaut, die hinter das Geheimnis der Brücke und ihrer Konstruktion kommen wollten. Das gelang ihnen allerdings nicht und so blieb ihnen nichts anderes übrig, als sie mit Nägeln wieder zusammen zu tischlern.

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Die St. Marys Street war für mich natürlich unvermeidbar… hey, meine Straße! Die ham da ’ne Straße nach mir benannt!

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Ein bisschen überbelichtet, ich weiß, aber so sieht man wenigstens die grauen Wolken nicht! Das ist ein echtes College, erinnerte mich aber mehr an ein Kloster – die ersten Colleges wurden nämlcih nach Vorbild der gotischen Klöster gebaut, mit großen Innenhöfen und ganz vielen dieser Rundbögen.

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Und Fahrrädern!

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Das hier ist eine Brücke im Garten von Bucklesham Hall, so heißt das Anwesen auf dem  ich mit noch zwei anderen Chorsängerinnen untergebracht war. Ich hab ein bisschen an den Farbintensitäten rumgespielt und so siehts doch irgendwie aus wie ein Gemälde von Monet, findet ihr nicht?

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Die hat uns Gastmutter Kate gebacken, das war ja quasi kurz vor Ostern.

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Und das ist unsere Gastschwester Ella mit den beiden Hunden – noch in der Schuluniform, nur die Gummistiefel hatte sie nicht den ganzen Tag an .;)

Ich weiß, dass sind jetzt nicht die typischen Urlaubstraumbilder mit türkisem Wasser und unendlich langem weißen Sandstrand aber ich hätte grade auch echt nichts dagegen, an der britischen Südostküste durch ein kleines Fischerdörfchen zu bummeln und mir danach am Strand die Seeluft um die Nase wehn zu lassen. Meinetwegen auch in Pulli und im Nieselregen, im Ernst!